Raus aus Köln

Nicht nur Rosenrot: Der Rosengarten in Hadamar

Martina Dammrat · 22.06.2020

Fotos: Bernd Schneider / Jahresringe

Fotos: Bernd Schneider / Jahresringe

Der Rosengarten in Hadamar ist ein zauberhafter Ort, vor allem im Juni, wenn tausendundeine Rosen ihre ganze Pracht entfalten. Folgen Sie uns in den südlichen Westerwald in Hessen.

Der Hadamarer Unternehmer Mike Groneberg hatte 1995 eine tollkühne Idee: Er wollte ein bis dahin brachliegendes Gelände auf dem Herzenberg in ein blühendes Paradies verwandeln. Nur drei Jahre später wurde der Rosengarten eröffnet. Mittlerweile ist das Paradies auf 3.800 Quadratmeter gewachsen. Und mit ihm seine Bewohner: Heute blühen auf dem Areal tausende Pflanzen, Sträucher und Blumen. Vor allem aber etwa 2.000 Rosen in 200 Sorten sowohl alter als auch neuer Züchtungen.

Vorbild sind die sogenannten Country-Gärten Englands, die natürlich wirken und sich malerisch in die Landschaft schmiegen. Oft kommen sie sehr romantisch daher. Erst auf den zweiten Blick merkt man, dass sie streng architektonisch gegliedert sind. Geschnittene immergrüne Hecken oder Mauern teilen sie in verschiedene Gartenräume mit jeweils eigenem Charakter. Dieses Prinzip ist auch das Geheimnis des Rosengartens in Hadamar. Neun Gartenräume erreicht man über teils geometrisch geradlinige, teils gewundene Wege. Das Herz von allem ist aber das eindrucksvolle Rosenkarree.

Rosenbögen, an denen Kletterrosen in die Höhe streben, öffnen den Blick ins Karree. In der Mitte strecken über hundert dunkelrote Floribunda-Rosen mit dem beeindruckenden Namen „Mona Lisa“ ihre Köpfe der Sonne entgegen. Tee- und Edelrosen in allen Farben stehen in den das Rund umgebenden Beeten, darin Kaskadenrosenstämme in verschwenderischer Pracht. Was für ein Blühen, was für ein Duften. Summen und Zwitschern erfüllt die Luft. Ein guter Ort zum Verweilen – Bänke gibt es genug.

Im Roten Garten begleiten blauer Rittersporn, Ehrenpreis und Storchenschnabel die in allen Rottönen leuchtenden Kletter-, Strauch- und Beetrosen. Von kühler Schönheit ist dagegen der Senkgarten, auf dessen Terrassen weiße Rosen und Stauden vorherrschen. Sonniger wirkt der in Orange angelegte Holländische Garten mit Sonnenbraut, Schwarzäugiger Susanne, Tagetes und anderen Stauden. In der Mitte steht ein Maulbeerbaum– Probieren erlaubt. Die weißlichen Früchte schmecken süß-säuerlich und stecken voller Vitamine.


Schnuppern, lauschen, kosten: hier werden alle Sinne umschmeichelt.
„Die Rose stand im Tau, es waren Perlen grau, als Sonne sie beschienen, wurden sie zu Rubinen.“

Friedrich Rückert

In den Duftkräutergarten gelangt man nur durch einen schmalen Durchlass. Dort steht ein Springbrunnen, fast das einzige Geräusch in dieser Oase der Stille. Auf vier Hochbeeten wachsen mediterrane und heimische Kräuter. Zitronenverbene, Olivenkraut und Duft-Pelargonie verströmen ihre Aromen. Vorsichtig kann man an Rosmarin, Pfefferminz oder Ananas-Salbei ein Blättchen zwischen den Fingern reiben.

Im englischen Garten geht die Rasenfläche übergangslos in die dichte Bepflanzung mit niedrigen, reich blühenden Blumen über. In den Rabatten steigt die bunte Pracht der Stauden höher und höher. Ein römischer Schalenbrunnen zieht die Blicke auf sich. Es rieselt und plätschert leise.



„Ich habe heute ein paar Blumen für Dich nicht gepflückt, um Dir ihr Leben zu schenken.“

Christian Morgenstern

Vom Schalenbrunnen führt ein kurzer Weg zum japanischen Garten, der von unterschiedlichen Bodendeckern, einer Japanischen Kirsche und Japanischen Ahornbäumchen gesäumt ist. An einer Bambushecke entlang öffnet sich der Blick auf große und kleinere Felsbrocken. Sie flankieren einen kleinen Bachlauf, der sich in einen Teich schlängelt. Von dem dahinterliegenden Platz erschließt sich dem Betrachter die kleine Landschaft als Symbol für die Harmonie zwischen Mensch und Natur. Dies ist eine ganz eigene Gartenwelt.

Wen es zurück ins üppige Blühen zieht, der kann im französischen Bauerngarten zwischen typischen Bauernblumen wie Bechermalven, Löwenmäulchen, Fleißigen Lieschen und Ziertabak die auf Spalier gezogenen Birnbäume betrachten. Oder die gefüllte, zartrosa Kletterrose „Kir Royal“, die sich an der Zierlaube emporrankt, begleitet vom Blau der Clematis. In diesem Gartenparadies gedeihen Stauden und Sträucher, Gräser und Gehölze und überall Rosen … Dazu öffnen sich immer wieder Blicke in die blaue Ferne des Westerwaldes oder in den nächsten Gartenraum.

Mit freundlicher Unterstützung von Ursula Düvel, Redaktion „Jahresringe“
Fotos: Bernd Schneider / Jahresringe

Rosengarten Hadamar
Auf dem Herzenberg 2
65589 Hadamar

Information und Führung: Mike Groneberg
Tel. 0178 / 541 66 04

Mehr Infos auf der Webseite des Rosengarten Hadamar

Ganzjährig tagsüber geöffnet.
Eintritt frei
Über Spenden freut sich der „Verein der Rosenfreunde Hadamar“, der sich unermüdlich für das Wachsen und Gedeihen einsetzt. Hunde nicht erlaubt. Parkmöglichkeiten in der Nähe.
Rosengarten-Café: Juli–September, jeden Donnerstag 14–18 Uhr.

Gedenkstätte Hadamar
Hadamar steht auch für ein trauriges Kapitel deutscher Geschichte. 15.000 Menschen wurden hier im Rahmen der NS-Euthanasie-Verbrechen getötet.

Mönchberg 8
65589 Hadamar.

Coronabedingt nur mit Anmeldung: 06433 / 917-172.
Di–Do 9–16 Uhr, Fr 9–13 Uhr
an Feiertagen geschlossen.
Eintritt frei.
1. und 3. Sonntag im Monat 14–17 Uhr, öffentliche Führung 14.30 Uhr
Mehr Informationen finden SIe auf der Webseite der Gedenkstaette Hadamar.

Touristinformation Hadamar
Untermarkt 1
65589 Hadamar
Tel. 06433 / 891 57

Medientipp:


Ein Rundflug über den Rosengarten Hadamar. Quelle: Werner Staudt/Youtube

 

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Tags: Ausflugstipp für Senioren , Spaziergang in der Natur

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