Leben in Köln

Immer länger, immer besser leben? Besuchen Sie die Vorlesungen.

Redaktion · 04.12.2019

Foto: giselaatje / Pixabay

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Unsere Gesellschaft wird immer älter. Das wirft Fragen zu aktuellen Entwicklungen in Gesundheitsforschung und -versorgung auf. Besuchen Sie die Ringvorlesung dazu und diskutieren Sie mit.

In den letzten hundert Jahren ist die durchschnittliche Lebenserwartung um mehr als 30 Jahre gestiegen. Doch führt dies nicht nur zu mehr Lebenszeit, sondern auch zu mehr Jahren in Krankheit und mit Einschränkungen. Das hat tiefgreifenden Auswirkungen auf das Gesundheits- und Pflegesystem.

Während Gesundheit bislang in der Regel über die Abwesenheit von Krankheit definiert wurde, treten heute Lebensqualität und Teilhabe in den Vordergrund. Im Gesundheitswesen gewinnen Prävention und Vorsorge zunehmend an Bedeutung. Zugleich wird unsere individuelle Gesundheitsbiografie durch sozioökonomische Faktoren bestimmt, was die Aufmerksamkeit auf weit mehr lenkt als die medizinische Versorgung. Im Bereich der Pflege steigt der Bedarf an Fachkräften erheblich, während die Pflegemöglichkeiten innerhalb der Familie aufgrund der modernen Lebensverhältnisse abnehmen. Somit steht unsere Gesellschaft vor der Herausforderung, im Sinne der Solidarität neue Pflegepotenziale zu erschließen.

Wie können wir die Gesundheit der Menschen fördern und bis ins hohe Alter hinein bewahren? Wie können Freiheit und Selbstbestimmung des Einzelnen gewahrt werden? Welche Werte sollen die Gestaltung des Gesundheitswesens leiten? Wie können wir Gerechtigkeit bei der Zuteilung knapper Ressourcen im Gesundheitswesen und damit auch die Verteilung in Gesundheit verbrachter Lebensjahre sicherstellen? Und wie kann es gelingen, für alle eine gute Pflege im Alter sicherzustellen?

Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis gehen diesen Fragen nach und präsentieren Debatten, Erfahrungen und Erkenntnisse zur Thematik des längeren Lebens in einer alternden Gesellschaft.

Programm

Einige der Abendveranstaltungen bestehen aus zwei Vorlesungen.

Mittwoch, 13.11., 18 bis 19.30 Uhr: Prävention im Alter: Lohnt sich das noch?

Prävention in der Geriatrie und stationären Pflege

Prof. Dr. med. Johannes Pantel
Leiter des Arbeitsbereichs Altersmedizin mit Schwerpunkt Psychogeriatrie und klinische Gerontologie
Institut für Allgemeinmedizin Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt

Lohnt sich das noch? Erkenntnisse der LUCAS Langzeit-Kohortenaltersstudie (2000 bis heute)

Dr. Ulrike Dapp
Forschungskoordinatorin
Albertinen Haus – Zentrum für Geriatrie und Gerontologie

Mittwoch, 20.11., 18 bis 19.30 Uhr: Teilhabe durch Technik: Nutzung digitaler Technik im Alter

Möglichkeiten und Eigenheiten digitaler Teilhabetechnologien für ältere Menschen

Dr. Peter Biniok
Freiberuflich tätiger Soziologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter
Innung SHK Berlin

Praktische Herausforderungen bei der Gestaltung der Digitalisierung für ältere Menschen

Nicola Röhricht
Referentin für Digitalisierung und Bildung
Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V.

Mittwoch, 27.11., 18 bis 19.30 Uhr: Chancengleichheit im Gesundheitssystem: Kulturelle und biographische Ungleichheiten erkennen

Zusammenhänge kultureller und biographischer Faktoren mit der Gesundheit

Prof. Dr. Hajo Zeeb
Abteilungsleiter der Abteilung Prävention und Evaluation
Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS)

Interkulturelle Öffnung im Gesundheitswesen am Beispiel der LVR-Klinik Köln

Dr. Ali Kemal
GünIntegrationsbeauftragter
LVR Klinik Köln

Mittwoch, 04.12., 18 bis 19.30 Uhr: Von der Privatheit in die Öffentlichkeit: Anerkennung und Unterstützung für pflegende Zugehörige

Die Herausforderungen in der häuslichen Betreuung von Menschen mit Demenz

Franziska Laporte Uribe, PhD
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)

Mittwoch, 11.12., 18 bis 19.30 Uhr: Spiritualität: Ein selbstverständlicher Begleiter?

Spiritualität im sehr hohen Alter – mehr als ein Bewältigungsmechanismus?

Dr. Anna Janhsen
Referentin für ethische und religiöse Bildung in der Pflege
Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V.

Spiritualität und Seelsorge im hohen Alter, Bedürfnisse und Angebote im pflegerischen Kontext

Dr. Peter Bromkamp
Abteilung Seelsorge Erzbischöfliches Generalvikariat Köln

Mittwoch, 08.01., 18 bis 19.30 Uhr: Solidarität zwischen den Generationen: Herausforderungen in der Pflege unter Älteren und Pflege durch die Kinder

Pflegebedürftig: Wer hilft wie?

Dr. Lena DorinReferentin für Gesundheits- und Pflegepolitik
Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V.

Hilfestrukturen für Unterstützer

Claudia Calero
Abteilungsleiterin Wissens- und Qualitätsmanagement
Compass

 

Veranstaltungsort der ceres Ringvorlesung:

Hauptgebäude der Universität zu Köln
Hörsaal XVIII
Albertus-Magnus-Platz
50923 Köln

Webseite

Information: Tel.: 0221-470-89110

E-Mail

Flyer

Tags: Gesundheitssystem , Pflege , Vorsorge

Kategorien: Leben in Köln , Raus aus Köln