Leben in Köln

Großstadtstille

David Korsten-KölnerLeben Ausgabe 3/2017 · 14.08.2017

Die verkehrsreiche Berliner Straße sowie Eisen- und Straßenbahnlinien führen durch den grünen Stadtteil.  Foto: Volker Dennebier

Die verkehrsreiche Berliner Straße sowie Eisen- und Straßenbahnlinien führen durch den grünen Stadtteil. Foto: Volker Dennebier

Zum Stadtbezirk Mülheim gehört das Veedel Dünnwald. Dort sind Vergangenheit und ehrenamtliches Engagement sehr lebendig.

Im Nordosten Kölns begegnet einem Geschichte auf Schritt und Tritt. Die Anfänge Dünnwalds gehen auf 1117 zurück, so dass das Veedel in diesem Jahr sein 900-jähriges Bestehen feiert. Der hier beheimatete Wildpark ist Anziehungspunkt und Naherholungsgebiet, auch für viele Besucher aus anderen Kölner Stadtteilen und der Umgebung. Junge und alte Spaziergänger besuchen die Tiere, füttern Wildschweine und Damwild und betrachten staunend die vom Aussterben bedrohten Wisente. Gefragt, was Dünnwald für sie ausmache, antwortet eine 68-jährige Dünnwalderin entschieden: „Die Großstadtstille!“

Privat getragenes Schwimmbad

Das Waldbad liegt gleich neben Wildpark, Campingplatz und Minigolfanlage. Auch hier tauchen Besucher in die Geschichte ein. 1923 gegründet, ist es bis heute das älteste - und einzige - Kölner Schwimmbad in privater Trägerschaft. In den Sommermonaten kühlen sich die Schwimmer in den Becken ab. Immer wieder spielen dort Kölschrock- Bands wie die Brings und die Bläck Fööss, und der Biergarten ist bei gutem Wetter ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt.

Über Generationen

Ein Blick in die Statistik zeigt: In Dünnwald wohnen überdurchschnittlich viele unter 18-Jährige und gleichzeitig überdurchschnittlich viele Menschen, die älter als 65 Jahre sind. Die „Alteingesessenen“ leben oft seit mehreren Generationen in dem rechtsrheinischen Stadtteil. „Wir bemühen uns daher sehr um generationenverbindende Angebote“, sagt Pater Ralf Winterberg, Sozialpädagoge und Priester der Gemeinde Heilige Familie Dünnwald-Höhenhaus. Bei ihm laufen viele Fäden im Veedel zusammen. Eine seiner wichtigsten Aufgaben sei es, die zahlreichen Initiativen miteinander zu vernetzen. Bei der von Bürgern getragenen Flüchtlingshilfe etwa funktioniere das sehr gut, sagt Pater Ralf. Sie erhalte von der Gemeinde Räume, Autos, und neben Geld auch Hilfe bei der Koordination der Ehrenamtier. Freiwillige Helfer sind es auch, die das „BringMich“- Mobil der Gemeinde betreiben. Dünnwalder, die selbst nicht mehr mobil sind, können den Fahrdienst kostenlos nutzen.

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