Ratgeber

Fotografieren mit dem Telefon

jr · 19.10.2018

Foto: Pixabay / free-photos

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„Probieren Sie doch einfach mal. Sie können nichts kaputt machen“, meint der Kölner Profifotograf Joachim Rieger und gibt hier wertvolle Tipps für den Umgang mit der Kamera Ihres Handys.

Viele der modernen Smartphones bieten eine wirklich brauchbare Kamerafunktion. Ein großer Vorteil ist: das Handy hat man immer greifbar. Und wer kreativ fotografieren möchte, hat mittlerweile viele Möglichkeiten: Panoramaaufnahmen, Videos mit Slow-Motion- oder Zeitraffer-Effekt. Bilder in Schwarz-Weiß, Sepia oder anderen Farbtönen gehören zu den Standardfunktionen und sind recht simpel zu erstellen. Diese Funktionen finden Sie auf dem Bildschirm, sobald Sie die Kamera auf Ihrem Smartphone eingeschaltet haben – entweder gleich sichtbar oder man kann sie im Menü (erkennbar an drei Balken oder einem Pfeil) oder über „Modus“ ansteuern. Dort erscheinen auch der Selbstauslöser, die Blitzfunktionen, verschiedene Filter und Bildformate. Sie merken: Da jede Smartphone-Kamera anders bedient werden will, können die Hinweise zu einzelnen Einstellungen hier nur allgemein gehalten sein.

Die Belichtungskorrektur tut gute Dienste

Zum Auslösen der Kamera bietet sich der Auslöser auf dem Display an. Man kann allerdings auch einen der Lautstärkeregler, also einen der Knöpfe am Gehäuse des Gerätes, verwenden. Dadurch lässt sich das Smartphone beim Auslösen ruhig und sicher halten. Grundsätzlich liefert die Kamera scharfe Bilder, ohne dass Sie eingreifen müssen, denn sie verfügt über einen Autofokus und eine Gesichtserkennung. Damit erreicht man in der Regel technisch einwandfreie Ergebnisse.

Eine wichtige Funktion ist die Belichtungskorrektur. Spätestens bei Gegenlichtaufnahmen tut sie gute Dienste. Richten Sie Ihre eingeschaltete Smartphone- Kamera einfach auf Ihr Wunschmotiv und tippen Sie das Objekt oder die Person auf dem Display an. Genau auf diese Stelle fokussiert die Kamera, dieser Bildteil wird scharf abgebildet. Darüber hinaus erscheint ein farbiger Kasten um das Motiv herum, daneben das Symbol einer Sonne. Wenn Sie jetzt die Sonne nach oben wischen, wird Ihr Bild heller, nach unten wird es dunkler. Bei manchen Smartphones kann erst nach dem Fotografieren die Belichtung korrigiert werden. Aktiviert wird sie etwa durch Tippen auf das Display, dann auf die Buttons „Bearbeiten“ und „Farbe“. Aber eine Handy-Kamera hat ihre Grenzen. Auf das Fotografieren in dunklen Räumen verzichtet man besser, es sei denn, man hat ein kleines Stativ und nutzt den Selbstauslöser. Und statt zu zoomen, gehen Sie einfach näher an Ihr Motiv heran. Das lohnt, denn Heranzoomen verursacht schnell verwackelte Bilder.

Für noch mehr Kreativität


Bearbeitungen: links im Vintage- Stil, in der Mitte ein Bildausschnitt, rechts mit höherer Farbsättigung. Fotos: Lydia Schneider-Benjamin

Falls Sie beim Fotografieren mit dem Smartphone auf den Geschmack gekommen sein sollten, bieten Ihnen der „App Store“ für das iPhone beziehungsweise das IOS-Betriebssystem oder der „Play Store“ für alle Geräte mit dem Betriebssystem Android unzählige Zusatzfunktionen, sogenannte Applikationen oder kurz Apps. Damit können Sie etwa Filter für künstlerische Fotos verwenden, Bilder nachträglich bearbeiten oder Bildmontagen erstellen. Diese Apps sind oftmals kostenfrei oder für kleines Geld zu erwerben. Es gibt auch griffiges Zubehör. Dazu zählen kleine Aufstecklinsen mit Weitwinkel oder Teleeffekt. Diese sind mit einem Clip oder mit Magneten versehen und können ganz unkompliziert angebracht werden.

Wer seine Fotos lieber künstlerisch in Alben und Fotobüchern verwendet, sollte bei seinem Handy grundsätzlich eine Auflösung wählen, die einen qualitätsvollen Ausdruck gewährleistet. Für ganzseitige Fotos empfiehlt sich, unter „Einstellungen“ (Rädchensymbol auf dem Display) die Auflösung auf 2048 x 1536 oder höher zu stellen. Um Ihre Handy- Kamera zu erkunden, nehmen Sie sich mal einen Nachmittag Zeit und probieren Sie in Ruhe!

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